Umsatzsteuer bei der Vermietung

Das Steuerrecht in Deutschland ist kompliziert. Dies gilt leider auch für die Vermietung in Verbindung mit der Umsatzsteuer. Dieser Artikel zeigt Ihnen auf, wannn Sie bei der Vermietung Umsatzsteuer erheben müssen und wann Sie darauf verzichten können.

Generell bilden in Deutschland die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung eine eigene Einkunftsart im EStG. Sie zählen zu den Überschusseinkünften, welche als Einkünfte als Überschuss über die Werbungskosten zu verstehen sind. Werbungskosten, die zum Erhalt und Betrieb der Wohnung dienen, können also von dem Umsatz abgezogen werden.

Einkünfte dieser Kategorie sind umsatzsteuerfrei, wenn an Privatpersonen vermietet wird.

Ausnahme: Kurzzeitige Vermietung

Etwas anders sieht es aus, wenn die Wohnung für einen festgelegten kurzen Zeitraum vermietet wird. In der Regel gilt dies für eine Vermietung von weniger als 6 Monaten. Es handelt sich in diesem Fall steuerlich um eine Beherbergungsdienstleistung. Es gilt der reduzierte Steuersatz von 7 Prozent.

Wenn die Einkünfte des Vermieters im Jahr weniger als 17.500 Euro betragen (Freibetrag), so wird dieser als Kleinunternehmer betrachtet und er kann auch in diesem Fall auf die Erhebung der Umsatzsteuer verzichten. Doch dies ist nicht immer sinnvoll. Man kann als Vermieter auch freiwillig auf die Kleinunternehmerregelung verzichten. Denn wer Umsatzsteuer einnimmt, der darf diese auch mit der ausgegebenen Umsatzsteuer der Werbungskosten verrechnen. Dies gilt beispielsweise für die meisten Handwerkerleistungen, bei denen der Vermieter die bezahlte Umsatzsteuer vom Finanzamt dann zurück erhält. Ob sich der Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung lohnt, muss individuell bewertet werden.

Nochmal zusammengefasst

  • Sie vermieten Ihre Wohnung an Privatpersonen unbefristet bzw. immer länger als 6 Monate -> Keine Umsatzsteuerpflicht
  • Sie vermieten kurzfristig und sind Kleinunternehmer (weniger als 17.500 Euro Umsatz pro Jahr) -> Keine Umsatzsteuerpflicht
  • Sie vermieten kurzfristig und sind kein Kleinunternehmer (mehr als 17.500 Euro Umsatz pro Jahr oder Verzicht auf Kleinunternehmerregelung) -> Umsatzsteuerpflicht